Die Neutralitätsinitiative verhindert nicht zwingend Kriege

Bildquelle: MirandaP/Pixabay
Auch eine von allen Seiten anerkannte Neutralität ist keine Garantie, dass die Schweiz nie in einen Krieg hineingezogen wird. Aber sie gibt unserem Land eine besondere Waffe: Glaubwürdigkeit.
Wer von beiden Seiten als neutral akzeptiert wird, kann vermitteln, Gesprächskanäle offenhalten und gerade hinter den Kulissen dazu beitragen, Konflikte zu entschärfen oder zu beenden. Das ist keine Theorie. Die Schweiz vertritt seit 1980 die Interessen der USA im Iran und hält damit selbst in schwersten Krisen einen
Kommunikationskanal zwischen Washington und Teheran offen. Dieser Kanal wird bis heute von beiden Seiten genutzt.
Die Schweiz wird nie eine militärische Grossmacht sein. Unsere Stärke liegt woanders: in Vertrauen, Verlässlichkeit und Neutralität. Je glaubwürdiger diese Neutralität ist, desto wertvoller wird die Schweiz als Gesprächspartnerin – gerade auch für Grossmächte. Wer die Neutralität schützt, stärkt deshalb nicht nur unsere Sicherheit, sondern auch den Einfluss der Schweiz in der Welt. Darum lege ich am 27. September ein überzeugtes Ja zur Neutralitätsinitiative in die Urne.
Andreas Gnädinger, Siblingen
