Mit Mass und Vernunft steuern

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Wer die Zuwanderung als «unter Kontrolle» bezeichnet, blendet zentrale Entwicklungen aus. Die Schweiz wächst stark und dieses Wachstum hat spürbare Folgen. Angespannte Wohnungsmärkte, stark ausgelastete Infrastrukturen und steigende Anforderungen an unsere Sozialwerke sind Realität. Diese Herausforderungen verdienen eine nüchterne und lösungsorientierte Diskussion.
Die Initiative Keine 10-Millionen-Schweiz setzt genau hier an. Es geht nicht um Abschottung, sondern um eine Steuerung mit Augenmass. Zuwanderung soll sich stärker an den langfristigen Interessen unseres Landes orientieren. Dazu gehören die Aufnahmefähigkeit von Wohnraum und Infrastruktur ebenso wie der Bedarf unseres Arbeitsmarktes.
Aus liberaler Sicht ist klar, dass die Schweiz auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen ist. Gleichzeitig braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, damit Wachstum tragfähig bleibt. Wer diese Balance aus den Augen verliert, riskiert Akzeptanzprobleme in der Bevölkerung und damit letztlich auch die Offenheit, auf der unser Wohlstand beruht.
Ein Ja zur Initiative ist deshalb ein Ja zu Verantwortung, Planbarkeit und nachhaltiger Entwicklung. Wer Wachstum will, muss es auch steuern. Alles andere ist politisches Wegschauen. Ohne klare Leitplanken geraten Akzeptanz, Stabilität und letztlich auch unser Wohlstand unter Druck. Gerade deshalb braucht es jetzt ein entschiedenes Ja.
Martin Egger
Kantonsrat Schaffhausen, FDP
